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Personallücken, Pflegeengpässe, Privatisierungsdruck: Studie empfiehlt Abschaffung der DRG-Fallpauschalen

Reden wir doch endlich mal konkret über die DRG Einführung, seit Einführung der DRGs hat sich vieles – fast alles – ins negative im Gesundheitssektor gewendet.
Sogenannte Fallpauschalen sollen dafür sorgen, dass Behandlungs­kosten in Kliniken nicht explodieren – das war der Grund der Einführung 2004 – für das sich alle Parteien im Bundestag ausgesprochen haben.

Allein in Krankenhäusern fehlen 50.000 Pflegekräfte, in Senioreneinrichtungen sind es 120.000 und wieso?
Weil Pflege nicht Jeder kann – aber jeder braucht Pflege!

Ich vertrete die These, dass es einen Zusammenhang zwischen der Anzahl und Qualifikation des Pflegepersonals und einiger Komplikationen gibt.
Die dauerhafte Unterbesetzung erhöht das Risiko schwerer und lebensbedrohlicher Komplikationen bis hin zum Versterben, sowohl im Krankenhaus als auch im Senioreneinrichtungen.
Keine Frage unter den gegebenen Bedingungen machen alle Pflegepersonen einen herausragenden Job, aber wir dürfen die Augen nicht vor der Realität verschließen.

Durch die Einführung der DRGs sind Private Träger quasi über Nacht wie Pilze aus dem Boden geschossen (siehe Tabelle).
Sie gehören zu gewinnorientierten Konzernen und ich wage zu bezweifeln, dass diese unserem Credo in der Pflege nachkommen – Pflegequalität über Erlöse zu stellen.
In dieser oben genannten Tabelle sieht man auch, dass der Abbau der Krankenhäuser welcher ja von Jens Spahn (Bankkaufmann) voran getrieben wird und der dazu auch munter ermutigt, von 2.411 auf bereits 1.400 gesenkt wurde.

Private TrägerÖffentliche TrägerFreigemeinnützige Träger (z.B. Diakonie)Summe
19913611.1099402.411
20045557808312.166
20187125586541.925
2019noch keine Daten-„--„-1.400
Führungskraft mit ❤️

Andauernd werden Fehlanreize geschaffen und diese Großkonzerne sind gewiss nicht diejenigen die sich politisch für uns stark machen, im Gegenteil, all die Verbesserungen die sicherlich auch mit einem Aufwand einher gehen, werden von diesen geblockt.
Dies führt zu „Blutigen Entlassungen“ da die Verweildauer immer weiter gesenkt wird.
Beatmungsstunden und deren Vergütung sind sehr lukrativ- das Überschreiten der > 95 Stunden bedeutet einen deutlichen Erlössprung
Beatmung > 24 Std. 12.063,97 €
Beatmung > 95 Std. 39.998,38 €
Sind wir mal ehrlich, wer beatmet hier einen Patienten „nur“ 94 Std.
Geburtsgewichte werden soweit dies möglich ist beeinflusst, denn ein niedrigeres Gewicht bringt mehr Erlöse.
Private Krankenhauskonzerne schließen Notaufnahmen und lassen die kommunalen Krankenhäuser im Regen stehen – denn Ihre Betten sind einfach alle belegt.
Kostenunterschiede, die es für Krankenhäuser lukrativ macht, selektiv nur wenig kostenaufwändige Patientengruppen zu behandeln und die anderen entweder abzuweisen oder an andere Krankenhäuser weiterzuleiten.

Diese Liste könnte ich noch weiter füllen, aber das ist ja nicht das Ziel.
Das Ganze geht ja nicht nur zu Lasten der Pflegefachpersonen, denn auch die Menschen in der Bevölkerung leiden darunter – Pflegequalität bedarf Pflegefachpersonen und an denen fehlt es an allen Ecken und Kanten.

Doch jetzt wird erstmals Kritik gegenüber dem Abrechnungssystem, welches aus Australien stammt, berechtigter weise, laut. Eine Studie der Hans Böckler Stiftung thematisiert dies erstmals und spricht mir damit aus der Seele.

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