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Vorverurteilungen wie #Covidiot mögen aktuell Trend sein – eine Krankenschwester distanziert sich

Nein zu Beleidigungen und pauschalen Vorverurteilungen – meine Meinung dazu
Vorverurteilungen wie der Hashtag Covidiot mögen aktuell Trend sein, aber darauf lasse ich mich – als Krankenschwester – nicht ein.

Gerne will ich euch kurz mitnehmen und euch erklären wieso ich diese Entwicklung kritisch sehe.
Unser Credo in der Pflege ist es jedem Menschen vorurteilslos zu entgegnen – das mag nicht immer einfach sein – aber das ist schließlich auch was Pflege ausmacht!
Wir als Pflegefachpersonen haben doch die Welt schon immer zu einem besseren Ort gemacht.
Die Menschen vertrauen uns und wissen Sie können sich immer auf uns verlassen – wir dürfen dieses Urvertrauen auf gar keinen Fall kaputt machen.

Diskurse können nur durch Offenheit entstehen – ich trete besonders als angehende Führungskraft jedem unbefangen und offen gegenüber. Denn nur so schaffen wir Vertrauen und Einigkeit.
Wir in der Pflege müssen jedem Menschen neutral gegenüber treten – denn das ist worauf sich die Gesellschaft bei uns schon immer verlassen konnte. Wenn das nicht mehr gewährleistet ist, dann habe ich offensichtlich den Beruf verfehlt.
Bereits in meinem ersten Lehrjahr, war dies ein sehr relevantes und präsentes Thema.
Gewiss war mir da schon, der Beruf wird kein leichter sein, denn offenbart sich dir die grausame Wahrheit eines Vergewaltigers, dem Alkoholkranken der mal wieder die Nacht zur Ausnüchterung bei dir auf Station verbringt, ein Bett belegt und du dessen Mageninhalt vom Fußboden wischt oder derjenige der am Steuer das Handy in der Hand hielt und dadurch einen tragischen Unfall verursachte – weshalb die werdende Mama bei dir in einem Bett liegt und um Ihr Baby kämpft – und der Fahrer schwer verletzt auf dem OP-Tisch liegt und Notoperiert wird, dann wird dir ganz schnell klar deine Aufgabe ist es nicht über die Menschen zu urteilen.
Urteilen wir über den Raucher der ein Intensivbett belegt, weil er nach der Hüftoperation die Nacht auf Intensiv verbringen muss?
Wenn die Notaufnahme im Herbst wegen der Influenza überfüllt ist, aber die 40ig Jährige wegen Übelkeit die Kapazitäten ausreizt.
Worte wie „die Person sollte auf ein Intensivbett oder ein Beatmungsgerät verzichten“ erschüttern mich.
Es sind Worte die gehören da nicht hin, denn diese Worte sind falsch, Sie sind so falsch und fehl am Platz wie der Applaus, die Merci oder der Lavendel.
Wir haben nicht das Recht zu urteilen, dafür gibt es Gerichte. Wir versorgen jeden Menschen bestmöglich und machen dabei keine Unterschiede – uns als Menschen zeichnet es aus, dass wir verzeihen können.

Ich möchte mich nicht einreihen und in die selbe Kerbe schlagen – deshalb ein ganz klares nein zu Beleidigungen jeglicher Art.

2 Antworten auf „Vorverurteilungen wie #Covidiot mögen aktuell Trend sein – eine Krankenschwester distanziert sich“

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